| Kompetenzteam ... für schöne und für schlimme Wörter |
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Fräulein (Das Web nach Fräulein durchsuchen.) Irene, 3. Juli 2002 um 13:42:23 MESZ
Fräuleinwunder
Gero,
3. Juli 2002 um 13:43:31 MESZ
Fräuleinwunder in der neuen deutschen Literatur
Hella,
3. Juli 2002 um 13:47:14 MESZ
Fräulein Wunder mit dem appen Arm macht neue Litteratur mit Links
Gero,
3. Juli 2002 um 13:49:25 MESZ
Ihr seid mir so Kompetenzlinge.
Irene,
3. Juli 2002 um 14:19:29 MESZ
Ich hasse das Wort "Fräulein"! - Oder gibt es etwa auch "Herrlein"?
Pepino,
3. Juli 2002 um 14:33:51 MESZ
ich dachte das heisst Frollein
phil,
3. Juli 2002 um 15:12:10 MESZ
Nein, Frollein.
Gero,
3. Juli 2002 um 15:17:41 MESZ
das pendant dazu ist Männlein
phil,
3. Juli 2002 um 15:18:32 MESZ
Nee. Mann und Weib stehen auf einer Stufe (daher männlich und weiblich). Ebenso Herr und Frau (die jeweils was besseres sind).
phaeake,
3. Juli 2002 um 15:26:13 MESZ
nöö, frau&mann, herr&dame. aber egal. hier gehts ja nur ums fräulein
phil,
3. Juli 2002 um 15:38:14 MESZ
Warum sagt dann Gretchen "Bin weder Fräulein, weder schön"? Vgl. dazu auch, was Irene zur Dame gesagt hat.
phaeake,
3. Juli 2002 um 15:43:54 MESZ
@ phaeake: Gretchen sagt es, weil Fräulein (oder Demoiselle) zu ihrer Zeit ein Ehrentitel für unverheiratete Adelstöchter war. Nichtadlige unverheiratete Frauen wurden (damals noch nicht abwertend) Jungfer oder Mamsell genannt. Vgl. hierzu Christoph Martin Wieland, Demoiselle oder Fräulein? (1794), in: C.M.W., Sämmtliche Werke Leipzig : Göschen 1853 ff., Bd. 36, S. 314 ff. Erst seit Ende der 60er Jahre empfinden Frauen den Diminuitiv als abwertend. Ältere Frauen jedoch haben oft darauf bestanden, weiterhin als Fräulein angeredet zu werden: weil sie stolz darauf waren, nie verheiratet (= von einem Manne abhängig) gewesen zu sein. Ich hatte mal eine solche Kollegin, eine schrullige und sehr gebildete Buchhändlerin aus Leipzig, um 1930 geboren. Und diese Frau (eine Abteilungsleiterin) war in jeder Hinsicht emanzipierter als die allermeisten jüngeren Kolleginnen. Denen hat schon die Anrede "Frau" suggeriert, sie seien gleichberechtigt. Aber die Machtstrukturen sind die alten. Und das wird von vielen Frauen vergessen. Neuestes Beispiel: Katherina Reiche, die uns als Oberemanze der Nation verkauft, aber von den Alten Herren in ihrem Kompetenzteam wie ein kleines Mädchen behandelt wird und es nicht merkt. So manch ein streitbares Fräulein von früher hätte das nicht mit sich machen lassen.
Hella,
4. Juli 2002 um 12:18:48 MESZ
Vielen Dank, Hella. Mir war das - im Prinzip jedenfalls - klar; meine (rhetorische) Frage hat ja mit dem Faust-Zitat gegen die Ansicht von phil argumentiert.
phaeake,
4. Juli 2002 um 15:10:03 MESZ
Das fiktiv-ironische Pendant zu Fräulein ist übrigens das Herrlein. Siehe die Cartoons vonFranziska Becker zum Thema Geschlechterrollentausch am Arbeitsplatz. (Herrlein Müller serviert zur Konferenz den Kaffee, in Chiffonhöschen mit Blumenmuster.)
Irene,
4. Juli 2002 um 15:45:42 MESZ
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