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Frauenzimmer (Das Web nach Frauenzimmer durchsuchen.) der_general, 29. Mai 2004 um 13:39:21 MESZ
alte sprache. irgendwie lustig.
der_general,
29. Mai 2004 um 13:39:53 MESZ
Das Wort "Frauenzimmer" hat mich schon immer fasziniert: Erst bezeichnet man das Zimmer, in dem die Frau wohnt, logisch und leicht nachvollziehbar als Frauenzimmer. Dieses Wort verwendet man dann wieder als Synonym für die Bewohnerin, also die Frau, wobei sich die Frage stellt, warum man nicht gleich Frau sagt. Als gleichgelagertes Beispiel, das heute noch gebräuchlich ist, fällt mir nur "Chefetage" ein (Die C. hat entschieden, ..."). Warum sagt man nicht gleich "die Chefs"? Vermutlich weil "die Chefs" ein dehnbarer Begriff ist. Mit "Chefetage" definiert man diejenigen als Chefs, die in der obersten Etage ihr Büro haben. Vielleicht definiert der Ausdruck "Frauenzimmer" diejenigen als "Frauen" (also Herrinnen, nicht zu verwechseln mit dem heutigen neutralen Ausdruck Frau, dafür sagte man bekanntlich "Weib"), die ein eigenes Zimmer besaßen.
phaeake,
1. Juni 2004 um 09:43:03 MESZ
Zur hohen Zeit der Frauenzimmer hießen die Chefetagen noch Rittersäle. Dazu aus einem Schüleraufsatz: Neben prunkvollen Rittersälen hatten die alten Germanen auch beheizbare Frauenzimmer.
wuerg,
2. Juni 2004 um 15:41:10 MESZ
Ersetze "die alten Germanen" durch "die Burgen des Mittelalters", dann stimmts doch.
phaeake,
2. Juni 2004 um 23:50:27 MESZ
Das war klar. Diese kleine Nebenschwäche eines armen Schülers durfte nicht unerwähnt bleiben, macht aber deutlich, daß wir keine den "alten Germanen" analoge Bezeichnung für die Menschen des Mittelalters haben.
wuerg,
3. Juni 2004 um 08:13:51 MESZ
Wieso Nebenschwäche? Sonst hat er alles richtig gemacht. Frauenzimmer sind in erster Linie die Zimmer der Frauen und nur in zweiter Linie, in einem übertragenem Sinn mit heute umgangssprachlichem Einschlag die Frauen.
phaeake,
3. Juni 2004 um 11:04:08 MESZ
Nachdem nun die Doppeldeutigkeit des Wortes Frauenzimmer so offen angesprochen wurde, darf es mir nicht peinlich sein, auch die Hauptschwäche des Schülers explizit zu nennen, nämlich die mehrfache Bedeutung nicht erkannt zu haben.
wuerg,
3. Juni 2004 um 13:03:23 MESZ
Vielleicht hat er die Doppeldeutigkeit erkannt, ging aber - m.E. zu Recht - davon aus, dass sich aus dem Zusammenhang eindeutig ergibt, dass mit Frauenzimmer die Räumlichkeit gemeint ist, und höchstens schwer Pubertierende oder Ungebildete sich an der hier nicht aktuellen Nebenbedeutung stoßen (oder soll ich sagen: reiben?) könnten.
phaeake,
3. Juni 2004 um 13:30:05 MESZ
Es ist natürlich gleichgültig, was der Schüler sich dachte und ob es ihn überhaupt gab. Die bescheidene Witzigkeit resultiert aus der Hauptschwäche, die damit als existent anzunehmen ist und zugleich die Hauptstärke darstellt. Mit der Nebenschwäche verhält es sich ähnlich, sie verstärkt den sprachlichen Ausdruck. Und damit haben wir die Kompetenzkurve von der Sprache zu den Frauen und zurück wieder geschafft.
wuerg,
4. Juni 2004 um 08:33:58 MESZ
Ich trage mein Geld auf die Bank. Schwach?
phaeake,
4. Juni 2004 um 12:02:55 MESZ
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