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antisemitischer Antizionismus (Das Web nach antisemitischer Antizionismus durchsuchen.)

oh manno, ich finde die Quelle nicht wieder! Es handelt sich um einen von Micha Brumlik gegen Ted Honderichs Buch "Nach dem Terror" (erschienen bei suhrkamp) erhobenen Vorwurf. Genauso sinnvoll kann man von einem antitektonischen Beben faseln. Oder: Anti anti anti pasti Kroklokwafzi? Semememi!

  • krawehl. krawehl.

Alles wiederholt sich, da hilft kein Spott: Schlagt ihn tot, den Antisemit! Kauft nicht beim Antisemit! Nieder mit der Diktatur der Antisemiten! Die Worte variieren, die Wesensart bleibt die gleiche.

Dicki, 7. August 2003 um 10:00:11 MESZ

www.fr-aktuell.de

noelscheich, 7. August 2003 um 10:09:12 MESZ

Ich wäre jedoch vorsichtig mit obiger Behauptung. Der Antisemit wird im besten Fall für seine feindliche Haltung verurteilt, der Jude aus weniger trifftigen Gründen. Abgesehen davon, ist ein Anizionist, wenn man ihn denn so betiteln will, nicht automatisch ein Antisemit.

noelscheich, 7. August 2003 um 10:16:21 MESZ

Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Wenn Brumlik von einem antisemitischen Antizionismus spricht und wir einmal unterstellen, dass er keinen Pleonasmus fabrizieren wollte, heißt das doch, dass man theoretisch Antizionist sein könnte, ohne Antisemit zu sein, und vice versa. Mir erscheint das auf den ersten Blick durchaus nachvollziehbar: Beispiel für einen Antizionisten, der kein Antisemit ist, wäre jemand, der die These vertritt, Menschen sollten generell nie unter Berufung auf die Geschichte ihres Volkes den Wohnsitz wechseln. Beispiel für Antisemiten, die keine Antizionisten sind, gibt es vermutlich noch mehr, das sind nämlich diejenigen, die die Palästinenser noch mehr hassen als die Juden und den deutschen Juden nahelegen, doch nach Israel auszuwandern, weil sie dort hingehörten.

Ihre Analogie zum "antitektonischen Beben" wirft aber - wenn ich Sie richtig verstehe - Brumlik eine pleonastische Sprechweise vor. Das hieße: Sie sind der Auffassung dass jeder Antisemit ein Antizionist und/oder jeder Antizionist einAntisemit ist. Sehe ichdas richtig?

Sind Sie dann nicht ein radikalerer Anti-Antisemit als Brumlik?

phaeake, 7. August 2003 um 10:44:00 MESZ

@phaeake: ich habe den Unsinn zu geißeln versucht - und den "Ungeist" - der aus Brumliks Formulierung spricht (und aus seinem offenen Brief, au weia, ist das ein mieser Denunziant). Formal haben Sie recht, daß man zwischen antisemitischem und nicht-antisemitischem (semitischem?) Antizionismus unterscheiden kann. Aber sehen Sie das mal im Kontext des Geschehens. Da soll es also einen Antizionismus geben der bäh und pfui ist, und einen, über den man eventuell reden kann. Antizionismus ist eines, Antisemitismus ein anderes, würde ich meinen. Für mich klingt "antisemitischer Antizionismus" wie "hundert Millionen tausend". Besonders viele anti-s anhäufen, um die Wirkung zu vergrößern. Und das ist schierer Unfug. Ein antitektonisches Beben. Ein Beinamputierter, der hinkt. Wie alle Vergleiche, leider. Und wie die Antisemiten, die keine Antizionisten sind: sind denn Zionisten keine Semiten? Wird ein Antisemit nicht auch gegen den Zionismus als politische Bewegung von Semiten sein?

Dicki, 7. August 2003 um 11:42:34 MESZ

@noelscheich: danke für den link zum Brumlik-Traktat, das hatte ich noch gar nicht in voller Länge gesehen. Vom Opfer aus gesehen haben Sie recht, aber der Täter ist ein und derselbe intolerante das-Böse-in-der-Welt-bekämpfende Lump, der sich ein passendes, opportunes Opfer sucht. Das können auch "die Raucher" sein (oder "die Nichtraucher"), "die Pollacken", "die Kümmeltürken", "die Spaghettis". Er braucht jemand, der das Böse verkörpert und Schuld ist an der Misere der Welt (bzw. seines Lebens). Adolf Hitler und seine Gefolgsleute haben diesen Kreaturen - ihresgleichen - die Heilsbotschaft gebracht: ja, euer Empfinden ist gesund, geht hin und schlagt sie tot. Polarisierung ist der Nährboden für solche Strömungen, die irgendwann zu Blutbädern führen.

Dicki, 7. August 2003 um 11:53:15 MESZ

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