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Zäpfchenfaktor (Das Web nach Zäpfchenfaktor durchsuchen.) phaeake, 25. Juni 2003 um 09:58:12 MESZ
Gestern wurden in der Harald-Schmidt-Show die Kandidaten für die Moderation der Sportschau-Neuauflage bewertet, und zwar in den Kategorien "Outlook", "Know-How" und "Sex-Appeal". Suzanne, als Expertin für letzteres gab Delling 9 von 10 Punkten. Harald protestierte ("Versteh einer die Weiber!), woraufhin Suzanne einleuchtend erklärte, Delling sähe zwar aus als könne er kein Wässerchen trüben, ginge aber sicher ab wie ein Zäpfchen. Als letzter Kandidat wurde Michel Friedman bewertet, wobei sich Harald dann nach dessen Zäpfchenfaktor erkundigte.
phaeake,
25. Juni 2003 um 10:04:24 MESZ
Zäpfchen und Sex-Appeal, nanu. Soll die Aussage von Suzanne andeuten, daß Gerd Delling ein (Hetero-)Arschficker ist? Woher will sie das wissen?
Dicki,
25. Juni 2003 um 10:37:04 MESZ
Ich kann da, ebenso wie die Experten hier, die übrigens das ganze nicht witzig fanden, auch nur mutmaßen. Die anale Penetration schwingt als Subtext sicher irgendwie mit. Andererseits könnte ja auch ein Vaginalzäpfchen gemeint sein. Ich denke mal der Ausdruck spielt mehr auf diese sich steigernde Flutschigkeit eines Zäpfchens an, das man in den Fingern hält. Hat man dabei nicht den Eindruck, das Zäpfchen selbst brenne gerade zu darauf, so schnell wie möglich weggesteckt zu werden? Ich fand schon Suzannas Ausdruck recht witzig, vor allem aber die quantifizierend-rationalisierende Neuschöpfung Haralds.
phaeake,
25. Juni 2003 um 11:21:28 MESZ
Übrigens scheint eine Google-Recherche den Schluss zuzulassen, dass der Begriff 'abgehen wie ein Zäpfchen' oft in der Bedeutung "einen guten Auftritt hinlegen" (insbes. für Musiker) verwendet wird.
phaeake,
25. Juni 2003 um 11:36:49 MESZ
'Zäpfchen' wird auch gern gerufen, wenn man dem Gegner beim Tischfußball einen Ball ins Tor gekickt hat. Bei Zäpfchen erinnere ich mich automatisch an Kindertage, wo mir so etwas Hartes in den Hintern gedrückt wurde, bei Fieber fühlt es sich auch noch eisig an. Aber wie immer nun das Zäpfchen gemeint ist - lobend, abwertend, vaginal oder anal - 'wichtig ist, was hinten rauskommt' (H.K., womit er sich als Experte qualifiziert hat). Als Nicht-Experte i.a. und Nicht-Suzanna-Experte i.b. würde ich gerne wissen, ob sie der von mir vermutete Dutzendtyp ist: hübsch, viel Haut zeigend, Gesicht ohne Merkmale, eher hohe Stimme, evtl. lispelnd.
Dicki,
25. Juni 2003 um 11:56:24 MESZ
Den Zäpfchen-Ruf des Tischfußballers kannte ich noch nicht. Sicher ein weiterer Beleg für a) die groß angelegte Symbolhaftigkeit des Toreschießens für das Penetrieren b) die Penetration unter Männern als Machtdemonstration und nicht so sehr als homosexueller Akt c) die symbolische Penetration durch das Zäpfchen-Verabreichen im Eltern-Kind-Verhältnis. Aber schon schade, dass man nicht beim richtigen Fußball die Kommentatorenstimmen sich überschlagen hört: "Scholl legt vor, Elber ist zur Stelle und da flutscht das Zäpfchen tief in die Eingeweide der Arminen."
phaeake,
25. Juni 2003 um 12:42:28 MESZ
Sie meinen: die Eingeweide der Hertha? Anmerkung b) ist eine zu starke Vereinfachung. Es gibt sone und solche. Wem der Penis für Macht steht, dem ist das 'Reintun' Machtdemonstration, gleich in welche Öffnung. Bei Bukowski muß z.B. ein Telefonhörer herhalten. Man sagt 'huch' und 'auweia' und fragt sich: macht Macht Spaß?
Dicki,
25. Juni 2003 um 14:17:26 MESZ
Neenee, ich meinte schon die betont männlichen Arminen. Bei Hertha bietet sich ja eher die vaginale Symbolik an ("Elber schiebt/macht das Ding in den Kasten der Hertha, der offen steht wie ein Scheunentor") Ror Wolf hat das mal sehr viel kunstvoller vorexerziert und zwar gerade für ein Spiel der HErtha gegen "die Mönche". Klar war meine These zu b) stark vereinfacht - wie übrigens a) und c) auch. Dass die Penetration eines Mannes vorrangig für Unterwerfung/Machtdemonstration/Demütigung steht, würde ich für die Mehrzahl der heterosexuellen Männer aber aufrecht erhalten.
phaeake,
25. Juni 2003 um 16:36:29 MESZ
Ob es für die Mehrzahl gilt, weiß ich nicht, aber wir Männer werden schon früh mit dem Bazillus Macht geimpft - ohne daß sich daraus automatisch eine Resistenz entwickelte.-) Ja, diese Collage von Ror Wolf ist ein echtes Bubenstück. Im Prinzip zitiert er nur aus Fußballreportagen, aber zu welch perfider Eindeutigkeit er sie montiert. Schön, daß sie das auch kennen, das freut mich.
Dicki,
25. Juni 2003 um 19:27:55 MESZ
ich dachte eher so an "zunge bis zum zaepfchen reinstecken". und das ist baehbaeh. delling ist uebrigens netzers illegitimes kind und behauptet nur, 43 zu sein.
mutant,
25. Juni 2003 um 21:28:46 MESZ
daher die relative Ähnlichkeit!
Dicki,
26. Juni 2003 um 09:33:46 MESZ
@Dicki Jetzt erst merke ich, dass ich Ihre Frage vom 25.6.03 bisher übersehen habe (Als Nicht-Experte i.a. und Nicht-Suzanna-Experte i.b. würde ich gerne wissen, ob sie der von mir vermutete Dutzendtyp ist: hübsch, viel Haut zeigend, Gesicht ohne Merkmale, eher hohe Stimme, evtl. lispelnd..) An Frau Suzana Novinscak (jetzt dürfte ich sie wohl richtig geschrieben haben) scheiden sich die Geister. Ich finde sie ausgesprochen hübsch, sie hat ein ausdrucksstarkes, relativ scharf geschnittenes Profil, ich würde sie nicht als Dutzendschönheit bezeichnen. Auch zeigt sie m.E. nicht übertrieben viel Haut. Weniger Zurückhaltung würde ich ihr durchaus nicht verübeln, aber wahrscheinlich würde Schmidt dadurch abgelenkt.
phaeake,
5. August 2003 um 11:05:16 MESZ
@phaeake: danke für die späte, aber "aussagefähige" (ham wa das schon angeschwärzt? gleich ma guckn) Antwort. Meine Ahnung sehe ich von ihrem Aussehen her bestätigt, traue ihr aber auch die eine oder andere positive Überraschung zu. Wenn es um ein scharfes Profil geht, bevorzuge ich Desire Nick (nanu, kein Bild von ihr im Internet?) Sie scheinen ja ein richtiger Fan von der Frau Suzanna zu sein. Da wünsch ich Ihnen, daß Sie auch weiterhin erfreulich ist.
Dicki,
5. August 2003 um 11:57:22 MESZ
Meinten Sie wirklich 'aussagefähig' oder doch 'aussagekräftig'? Oder - so vermute ich jetzt - finden Sie gerade deshalb das erste schlimm, weil eigentlich das zweite gemeint ist? Aber jetzt mal eine wichtige Frage: Finden Sie wirklich, dass Frau Novinscak viel Haut zeigt?
phaeake,
5. August 2003 um 13:04:45 MESZ
stimmt, gemeint ist 'aussagekräftig', das mehr aussagt als 'aussagefähig', welches in vielen Aussagen unsinnig ist. Im Sinne von 'vernehmungsfähig' wäre es zwar schlecht, aber möglich. Nun aber zur Hautfrage. Frau Novinscak zeigt auf dem ersten Ihrer beigelinkten Fotos so viel Haut, wie heute als normal gilt. Ich halte das für übertrieben viel. Ob sie das will oder nicht, es ist Anmache.
Dicki,
5. August 2003 um 13:44:38 MESZ
Hui, Sie sind ja ganz schön sittenstreng. Ich persönlich fände auch ein bisschen mehr Haut (zB Schultern) noch nicht übertrieben viel. Ob das schon Anmache ist? Klar. Aber gilt das nicht für jedes Kleidungsstück, in dem frau gut aussieht?
phaeake,
5. August 2003 um 14:06:09 MESZ
Hoppla! Ihre Äußerung verführt mich zu der Gegenfrage, ob Frauen nur durch Anmache als gutaussehend empfunden werden? Sittenstreng, naja. Ich gebe aber zu, daß ich dezenten (ist interpretierbar) verführerischen Aufzug auch mal gerne sehe. Peinlich und aufdringlich wirds beim sogenannten Aufdonnern, z.B. durch zu enge Hosen. Anmache ist es trotzdem, denn es zielt auf den begehrlichen Blick von Männern. Das sagt etwas über Männer, aber auch über das Selbstverständnis "hautzeigender" Frauen. Letztere werden gern als "selbstbewußt" bezeichnet...
Dicki,
5. August 2003 um 15:50:08 MESZ
Vielleicht hab ich Sie falsch verstanden: Sie schrieben zunächst "Ob sie das will oder nicht, es ist Anmache." Ich interpretierte Sie so, dass die Frau den Mann anmacht. Richtig? Jetzt Ihre "Gegenfrage, ob Frauen nur durch Anmache als gutaussehend empfunden werden". Möchten Sie jetzt wissen, ob Frauen von den Männern dann als gutaussehend taxiert werden,
phaeake,
5. August 2003 um 16:13:44 MESZ
was ich verkürzt als "Anmache" benannt habe, ist das Kleiden für den Blick von Männern. Nicht gemeint ist das gezielte Anmachen eines bestimmten Mannes. Meine Gegenfrage anders formuliert: besteht der Reiz von Frauen für Männer darin, daß sich Frauen körperbetont kleiden? (womit ich unterstelle - zu Recht??? - daß sie mit "gutaussehend" das Herausstellen körperlicher Reize meinen) Noch was Allgemeineres, zum Thema Rollenklischees: Sie sind sicher auch der Meinung, daß es ein angenehmerer Zustand wäre, wollten Männer und Frauen sich selbst und einander zuerst als Menschen, und nicht als über ihr Geschlecht und daran geknüpfte Klischees definierte Männlein und Weiblein sehen. Ästhetische und sexuelle Reize gingen dadurch keineswegs verloren, sie hätten aber ein anderes Gewicht in der Wahrnehmung wie im Umgang miteinander. Daß Sie nicht zu den Klischee-Männern gehören, setze ich einfach mal voraus (damit Sie hier nicht auf den Gedanken kommen, ich wollte Ihnen was ans Zeug flicken).
Dicki,
5. August 2003 um 16:41:34 MESZ
Ich stimme Ihnen in puncto Zuerst-als Menschen-und-nicht-als-potentielle-Sexualpartner-Sehen völlig zu, ebenso darin, dass die ästhetischen und sexuellen Reize dadurch keineswegs verloren, sondern ein anderes Gewicht bekommen. Und ich denke, genau darum geht es hier. Ein Mann, der bei einem fachlichen Gespräch mit einer Kollegin nur in deren Ausschnitt stiert und daran denkt, wie es wäre, sie zu begatten, ist eine lächerliche Figur (nachfolgend "Typ Satyr" genannt). Aber ein heterosexuell aktiver Mann, der behauptet, ein fachliches Gespräch mit einer attraktiven, sommerlich gekleideten Kollegin würde ihn in dieselbe Stimmung versetzen wie das Gespräch mit einer gleich kompetenten und wahlweise unattraktiven, sibirisch eingemummelten oder gar männlichen Kollegin (;-)), ist ein Lügner. Männer sind sehr stark (stärker als Frauen) über optische Reize erregbar. In aller Regel finden sie es angenehm, viele optische Informationen über den Körper ihres weiblichen Gegenübers zu erhalten. Dabei ist es mehr oder weniger Geschmacksfrage, ob man diese lieber direkt bekommt, weil die Frau viel Haut zeigt, oder man sich die begehrten Informationen erst aus den gelieferten mittels Intellekt, Lebenserfahrung und Phantasie ableiten muss (figurbetonte Kleidung etc.). Der Reiz von Frauen für Männer besteht - umIhre anders formulierte Frage zu beantworten - zu einem guten Teil, aber natürlich nicht auschließlich - in optischen Reizen, wobei diese durch eine körperbetonte oder eben Körper zeigende Bekleidung verstärkt werden können. Und es ist eher eine Frage des sprachlichen Niveaus (und darin sehe ich die Berechtigung, um dies im Kompetenzteam zu erörtern) als des sachlichen Unterschieds, ob der Mann sagt, dass der Anblick der Frau ihn in einen angenehm angeregten Zustand versetze, oder ihn anmache. Thesen (bitte widersprechen Sie, wenn ich Sie missdeute): Wenn ein Mann beide Audrücke für verschiedene Sachen verwendet, dann will er mit dem niedrigeren Stilniveau des Ausdrucks "Anmache" das niedrige Niveau der Frau und ihres "Körpereinsatzes" kennzeichnen. Ich denke man wird die Grenze, ab der die selbst- und körperbewusste Kleidung aufhört und die Anmache anfängt, nicht an der Quadratzentimeterzahl der sichtbaren Hautfläche festmachen können. Der Mann fühlt sich dann angemacht und nicht mehr angeregt, wenn er sich von der Frau als Typ Satyr und nicht mehr als Typ Zuerst-den-Menschen-Seher wahrgenommen fühlt. Wie sehen Sie das?
phaeake,
5. August 2003 um 17:44:36 MESZ
Dicki,
5. August 2003 um 19:10:52 MESZ
@Dicki
phaeake,
5. August 2003 um 20:19:01 MESZ
Verflixt, jetzt werde ich schon erkannt, wenn ich mal schweige! Ich geh wieder als Manager bei Werder; mittlerweile muß ich da auch keine dbv-Sticker mehr tragen, sondern bekomm schöne "young spirit"-Logos auf meine Hemden genäht. So stelle ich mir - mal so ganz unter uns gesagt - die neuen Schuluniformen vor, welche in der von meinen Strategen geplanten Anstandsoffensive die "bauchnabelfreie" Mode aus den Schulen zurückdrängen sollen. Attacke!
Dicki,
5. August 2003 um 23:42:34 MESZ
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