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..pflegt man in meiner Sippschaft einen umständlichen Menschen bzw. einen solchen, der das Hoppepferdchen von hinten aufzäumt, zu nennen. Ich aber finde, dass es die angemessene Bezeichnung für Schwangere ist.

Bettina A., 9. April 2003 um 12:45:37 MESZ

Für Letztere schrieb Sartre mal ('chweißnichmehrwo) "geweihte Vase".

Dicki, 9. April 2003 um 12:56:11 MESZ

Die Frau ist ein Gefäß, uralte Metaphorik, die wie so viel Tradiertes von Goethe ("Die Frauen sind silberne Schalen, in die wir goldene Äpfel legen") zur Vollendung geführt wurde. Dass da Sartre noch mal nachkleckern muss. Tztztz.

phaeake, 9. April 2003 um 13:10:38 MESZ

Ja, das ist auch sehr schön und erinnert mich an die Zeilen des Berliner Liedermachers Hortkind Konrad, der in einem seiner Lieder reimt: ".. ich liebe dich ordnungsgemäß - für mein Glück bist du das Gefäß."

Bettina A., 9. April 2003 um 13:11:38 MESZ

Und wie begründete Uta Ranke-Heinemann einmal triumphierend die einfältige Verabscheuung der Onanie durch die Kirchenoberen: "Jaaa, weil da der Tropfen in das falsche Gefäß rinnt!" - Die klingenden Worte hat Goethe vermutlich vor seiner ersten Begegnung mit den nackten Tatsachen gefunden. Kann das sein?

Dicki, 9. April 2003 um 13:30:17 MESZ

Knapp daneben. Gespräch mit Eckermann am 22.10.1828, also im Alter von 79 Jahren. Der Junge Goethe hätte sich so eine Macho-Kacke doch nie erlaubt, der wollte ja noch was von den Frauen und mit seinem Ruhm kam er auch noch nicht weit.

Onanie, falsches Gefäß? War das nicht eher Homosexualität? Ranke-Heinmann nimmt gern die Frau=Blumentopf-Variante, um das Usurpierende des Begriffs männlicher "Samen" bloßzulegen.

Und welche Entschuldigung hat Sartre?

phaeake, 9. April 2003 um 14:26:44 MESZ

freud vleicht?

supatyp, 9. April 2003 um 14:42:03 MESZ

In einem Brief an den Herzog Karl August schreibt Goethe am 3. Februar 1787 :

"Die Mädgen oder vielmehr die jungen Frauen, die als Modelle sich bei den Malern einfinden, sind allerliebst mit unter und gefällig sich beschauen und genießen zu lassen. Es wäre auf diese Weise eine sehr bequeme Lust, wenn die französischen Einflüsse [Geschlechtskrankheiten] nicht auch dies Paradies unsicher machen. [...]"

K.R. Eissler nimmt an, dass Goethes erstes Pimpern in diese Zeit fällt. Faustina wird als Gefäß vermutet.

Bettina A., 9. April 2003 um 14:52:41 MESZ

@ phaeake (u.a.):Vielleicht hat er's von Simone Beauvoir geklaut? Im Text ließ er es eine Frau sagen. - Könnte Homosexualität gewesen sein, ich war mir da nicht sicher. Kirche und Homosexualität, war das mal Thema beim heißen Stuhl von "explosiv"? - Deine Beiträge bzgl. Goethe bringen mich auf die absurde Frage: war das Frauenbild im 18./19. Jahrhundert poetischer? - Herr supatyp, Sie denken gleich wieder an Freude :-) - Bettina A. geben Sie zu, Bettina von Arnim zu sein?

Dicki, 9. April 2003 um 14:55:09 MESZ

nee, bein freud die storrie "motiv der kästchenwahl": is ja einer von den seine burner

supatyp, 9. April 2003 um 14:57:50 MESZ

Mist, den Witz mit Bettina A. wollte ich grad machen. Erstes Pimpern mit 37? Wenn sich Bettina da nicht mal einen Spätentwickler zusammenphantasiert, um noch mehr vom Alten zu haben.

Der Trick, Macho-Sprüche ausgerechnet Frauen in den Mund zu legen, stammt auch nicht von Sartre. Nietzsches "Du gehst zu den Frauen? Vergiss die Peitsche nicht" (oft ungenau "Wenn Du zum Weibe gehst, ..." zitiert) sagte auch eine alte Frau. Sartre, wo bleiben die eigenen Leistungen?

phaeake, 9. April 2003 um 15:13:15 MESZ

Um noch mehr vom Alten zu haben??? Ich gebe gar nichts zu! ..oder doch: ich bin der böse Mummumm. Apropos Goethe und die warmen Brüder; dies hier von ihm an den selben Herzog am 29. Dezember 1787:

"[...] ein sonderbar Phänomen [...], das ich nirgends so stark als hier gesehen habe, es ist die Liebe der Männer untereinander."

Bettina A., 9. April 2003 um 15:24:07 MESZ

Der olle Geheimdrat hatte seine erste Frau später als "Z" Nietzsche seinen ersten Mann (i.e. "Sternenfreund"), so hab ich's auch zusammengelesen. Noch eine Vermutung - unternahm Herr Goethe 1787 seine Italienreise? Nietzsche schwärmte aus Italien geradezu von den natürlichen jungen italienischen Männern, je weiter südlich, um so wärmer.

Dicki, 9. April 2003 um 16:51:28 MESZ

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