| Kompetenzteam ... für schöne und für schlimme Wörter |
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Kulturpolitik (Das Web nach Kulturpolitik durchsuchen.) Dicki, 21. November 2002 um 12:40:29 MEZ
Herr Broder macht sich darüber lustig, nicht ohne Berechtigung, und natürlich wieder unter Verwendung haarsträubender Vergleiche. Und dann ist er, ohne es zu wissen, der kulturimperialistischen Wirklichkeit erstaunlich nahe: "Wir verschonen euch mit Sasha Waltz und Dieter Bohlen und ihr verschont uns mit euren Terrorkommandos. "
Dicki,
21. November 2002 um 12:40:42 MEZ
nun wird kulturpolitik im von broder angesprochenen interkulturellen sinne in bereichen gemacht, die im feuilletonistischen 'kultur' verständnis keine kulturpolitik sind, zum beispiel durch die europäische agrarpolitik, durch die tourismuswirtschaft und auch durch die einwanderungspolitik...
arsenalfan,
21. November 2002 um 14:22:26 MEZ
widerlich, wie leicht diese typen - broder, tibi und wie sie sonst noch heißen mögen - ein paar intellektuelle extremisten mit ganzen völkerschaaren idenifizieren. dass die nicht merken, dass sie genau das selbe machen wie ihre vermeintlichen gegner aus dem anderen lager??? insgeheim bewundern sie sich wahrscheinlich gegenseitig... ich könnte kotzen tut sie alle in einen sack und schlagt drauf, ihr trefft immer den richtigen!!!
arsenalfan,
21. November 2002 um 14:28:39 MEZ
he arsenalfan, keine gewalt im netz sonst ist die politische kultur in deutschland gefährdet.
rutziputz,
21. November 2002 um 15:53:53 MEZ
haha, hahaha. "politische kultur", muhaha, ich hoffe, dass du das in anspielung auf das gebloggte wort ironisch meintest. der artikel hat übrigens... ähm... leider wieder meinen erwartungen entsprochen. anstatt dem üblichen patzigen sarkasmus hätte herr broder den sachverhalt detaillierter diskutieren sollen, an fundierter kritik mangelt es - ebenfalls wie üblich - an allen ecken und enden, er dreht lediglich anderen die wörter im mund um und zieht sie ins lächerliche. ist der mann etwa kabarettist oder satiriker...?
molily,
22. November 2002 um 07:07:19 MEZ
ich gebe rutziputz recht, mein statement war aggressiv (politische kultur in deutschland hin oder her), ich ziehe den letzten satz meines obigen kommentars zurück.
arsenalfan,
22. November 2002 um 08:34:25 MEZ
@molily Natürlich ist Broder Satiriker, was sonst? Technisch in etwa auf dem Stand des Kabaretts der 1980er Jahre, der dem der Print-Satire von 1960 entspricht.
phaeake,
22. November 2002 um 13:43:34 MEZ
@Dicki (Was) finden Sie eigentlich (am) Wort Kulturpolitik schlimm?
phaeake,
22. November 2002 um 15:27:16 MEZ
@phaeake : das Wort selbst ist ein dutzendgraues, aber der Inhalt hats in sich, wenn ich an die USA denke. Burger, Coke, seichtes Dudeleinerlei, pubertierende Jungen, die sich Hollywood"helden" zum Vorbild nehmen und "Gangsta"rap hören. Und so etwas gibts in erstaunlich vielen Ländern rund um die Welt. Mit dieser Vorstellung im Kopf habe ich das Wort schwarz gesetzt.
Dicki,
22. November 2002 um 15:37:04 MEZ
Aber betreiben die USA eigentlich eine Kultur-POLITIK? M.E. genauowenig wie Deutschland eine Backwarenpolitik betreibt. Kultur ist doch nur ein Teilgebiet der Wirtschaft, aus der sich der amerikanische Staat in aller Regel raushält. Die USA würden die Welt auch mit sozialkritischer Lyrik überschwemmen, würde der Markt das verlangen.
phaeake,
22. November 2002 um 15:48:28 MEZ
@phaeke: "Natürlich ist Broder Satiriker, was sonst?" dann sollte er, wie alle guten satiriker, wenigstens die hohe kunst der selbstironie beherrschen und kultivieren. aufgrund dieses defizits ist er für mich, wenn überhaupt, nur ein drittklässiger satiriker. leider wird die differenz zwischen spiegel online und spiggl online (zyn-parodie) immer kleiner, wobei sich spiggl einerseits nicht ernst nimmt und die artikel andererseits bewusst persiflierend-ironisch gemeint sind. die fähigkeit der selbstreflexion scheint herr b. hingegen nicht zu besitzen. "Die USA würden die Welt auch mit sozialkritischer Lyrik überschwemmen, würde der Markt das verlangen." lol, made my day. andererseits muss ich dir widersprechen, das was immer als "kulturimperialismus" bezeichnet wird, ist durchaus eine staatlich verordnete (kultur-)politik, welche all das beinhaltet, was den "american way of life" ausmacht. oder findet sich die amerikanische lebensart etwa nicht in der außenpolitik wieder...? ist es nicht "kultur", wenn botschaften wie "sie hassen uns, weil wir die freiheit lieben" gepredigt werden und durch den abwechselnden abwurf von lebensmitteln und bomben in die welt getragen werden? durch goethe-institute u.ä. institutionen wird auch die idee der deutschen freiheitlich-demokratischen grunz- und hackordnung quer über den erdball verbreitet. kulturpolitik ist weit mehr als die förderung der beaux-arts.
molily,
24. November 2002 um 05:10:30 MEZ
der gipfel der lachhaftigkeit ist vor allem, dass der artikel in das ressort kultur > debatte einsortiert ist, wobei man eher von einer mehr schlechten als rechten glosse als einem diskurs reden kann...
molily,
24. November 2002 um 05:30:57 MEZ
@ molily Volle Zustimmung zu Broder. Zur Kulturpolitik: Natürlich sagt jedes Teilgebiet der Politik etwas über die Kultur des Landes aus, das sie betreibt. Ob sie das aber zur Kulturpolitik macht? Ich weiß nicht, ob es noch irgend einen Bereich gäbe, der NICHT Kulturpolitik wäre, wenn man den "abwechselnden abwurf von lebensmitteln und bomben" auch dazuzählt. Letztlich eine Definitionsfrage, über die zu streiten müßig ist. Das was gemeinhin als US-amerikanischer Kulturimperialismus wird, ist m.E. mit ganz normalem Gewinnstreben privatwirtschaftlicher Unternehmen zu erklären, und dieses braucht nicht verordnet zu werden.
phaeake,
25. November 2002 um 07:42:25 MEZ
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