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Nachkriegszeit (für die Zeit 1945-heute) (Das Web nach Nachkriegszeit (für die Zeit 1945-heute) durchsuchen.) phaeake, 8. November 2002 um 14:16:10 MEZ
Hat in Augstein-Nachrufen grad wieder Konjunktur: Wenn zB Merkel Augstein als "einen der einflussreichsten Journalisten der Nachkriegszeit" bezeichnet, dann meint sie ja wohl kaum die Jahre 1945 bis sagenwirmal 1955, sondern bis heute. Und bei aller Notwendigkeit, sich Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg im Bewusstsein zu halten: Man unterbewertet die deutsche Geschichte seit 1945, wenn man sie nur als die Zeit nach dem 2. Weltkrieg versteht.
phaeake,
8. November 2002 um 14:39:05 MEZ
Außerdem könnte man meinen: welche Nachkriegszeit? Irgendwo ist ja immer Krieg gewesen. Ist ja nicht so das '45 der Weltfrieden ausgebrochen ist ...
tinto,
8. November 2002 um 15:24:45 MEZ
Ja. Seit der Beteiligung Deutschlands an kriegerischen Auseinandersetzungen (Kosovo, Afghanistan) wird die Frage "Welcher Krieg" sogar dann aktuell, wenn der Kontext eine Deutschland-Bezogenheit vermuten lässt. Vielleicht meinte Merkel ja das.
phaeake,
8. November 2002 um 15:36:46 MEZ
hmm ja,ja alles richtig herr phaeke und herr tinto. aber welchen begriff würden sie denn verwenden um eben die zeit von 45 bis heute zu bezeichnen. zu sagen augstein sei einer der einflussreichsten Journalisten der zeit von 45 bis heute erscheint mir als stilistisch höchst fragwürdig.
Retep,
8. November 2002 um 20:28:54 MEZ
Im Fall Augstein hätte ich gesagt: "einer der einflussreichsten Journalisten in der Geschichte der Bundesrepublik" und hätte die zweikommanochwas Jahrgänge des"Spiegel" vor Gründung der Bundesrepublik geschlabbert. Wenn es Merkel aber gerade darauf angekommen wäre, hätte sie anfügen können:"einschließlich ihrer Gründungsphase". Selbst "einer der einflussreichsten Journalisten nach 1945" wäre mE noch etwas besser als "Nachkriegszeit", obwohl man gegen diese Formulierung einwenden könnte, das sie so klingt, als sei 1945 eine Ära besonders einflussreicher Journalisten zu Ende gegangen.
phaeake,
8. November 2002 um 21:11:16 MEZ
gefällt dir das wort nur im beschriebenen fall nicht oder generell? mir fällt nichts ein, was dagegen einzuwenden ist, da das kriegsende und der zerfall des dritten reiches mit einschneidenden umwälzungen verbunden war. sowohl politisch, kulturell als auch gesellschaftlich. all diese entwicklungen können nicht alleine mit der "bundesrepublik" als staat verknüpft werden (selbst wenn man 45-49 außer acht lassen würde). der erste weltkrieg wurde übrigens auch "der große (vaterländische) krieg" genannt... bis zum zweiten. nach dem krieg ist vor dem krieg, ohne frage, der begriff täuscht insofern, aber mehr auch nicht, da der krieg in afghanistan von den wenigsten überhaupt wahrgenommen wurde im vergleich zum letzten weltkrieg, welcher europa verwüstete. (nein, nicht der krieg war es, die menschen waren es, pfui für diese personifizierung.)
molily,
9. November 2002 um 10:40:40 MEZ
@ molily Ich finde das Wort schlimm, oder zumindest unpassend, wenn die Zeit von 1945 bis heute damit gemeint ist, egal ob in Augstein-Nachrufen, Kohl-Kritiken oder Wirtschaftsanalysen. Mein Ersetzungsvorschlag bezog sich dagegen konkret auf die Merkel-Formulierung im Augstein-Nachruf. Bei anderen Gelegenheiten wird man vielleicht etwas anders suchen müssen. Gegen Nachkriegszeit für die Jahre 1945 bis zB 1955 hab ich nichts, anderenfalls ich den Klammerzusatz in der Überschrift weggelassen hätte.
phaeake,
11. November 2002 um 00:54:20 MEZ
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