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MÄDCHEN-BESCHNEIDUNG (Das Web nach MÄDCHEN-BESCHNEIDUNG durchsuchen.)

ein wort das in mir eine welle von aggressivität auslöst. in solchen momenten kann ich diejenigen, die kleine mädchen verstümmeln, mit blossen händen in stücke reissen ...

rutziputz, 4. Februar 2003 um 10:53:27 MEZ

langsam, langsam ... ohne jetzt eine medizinische diskussion anzustoßen: darunter kann man ja verschiedene dinge verstehen ... aber selbst wenn man die klitoris zu den entfernten teilen zählt: was ist, wenn das mädchen der sache zustimmt? wenn sie es selbst für richtig hält? wenn die familie gesellschaftlich diskriminiert wird, wenn das kind/ die frau nicht beschnitten wird? was heißt das? was soll man dagegen tun? 'aufklären', entwicklungshilfegelder, kriegerische invasion? ich will damit nicht sagen, dass ich M.-B. für richtig halte!! das beispiel hat nur in bestimmten moralistischen diskussionen über 'fremde kulturen' mittlerweile das alte 'witwenverbrennungsbeispiel' abgelöst ... daher schlage ich vor: rege dich z.b. lieber über die vielen kindertoten im straßenverkehr bei uns zu lande auf ... die könnten nahe 0 sein, wenn nicht 'überall schnell fahren' eines der prämissen unseres mobilitätskonzeptes wäre ... da können wir den status des beispiels auch beide besser abschätzen ...

arsenalfan, 4. Februar 2003 um 14:10:13 MEZ

wie kann ein mädchen, das gerade mal das 5. lebensjahr erreicht hat - viele werden auch schon früher verstümmelt - bei einer solchen sache FREI wählen? und warum werden sie verstümmelt? damit sie keinerlei gefühle bei der fortpflanzung empfinden im gegensatz zu dem mann - dem leider in diesen kulturkreises nicht die eichel entfernt wird- damit die frau nie auf die idee kommt fremd zu gehen. mittlerweile gibt es erste fortschritte in den betreffenden kulturkreisen, wo sich die frauen einzelner dorfgemeinschaften gegen eine weitere verstümmelung ihrer töchter zur wehr setzen. auch einzelne frauen, die die beschneidung durchführten, haben ihre glasscherbe weggeworfen und verdienen ihren lebensunterhalt nun mit ehrlicher arbeit. zu den toten kindern im strassenverkehr: auch ich verurteile das schnelle fahren. auch hier spielt der männlichkeitswahn mal wieder eine grosse rolle. ich bin für eine rigorose erhöhung der bussgelder, ich bin für eine änderung von ordnungswidrigkeiten zu straftaten. wer vor allem in ortschaften seine männlichkeit unter beweiss stellen will sollte für längere zeit mal wieder als fussgänger die andere seite kennenlernen ...

rutziputz, 4. Februar 2003 um 14:21:46 MEZ

es gibt so viele dinge, über die man sich auf dieser welt mit recht aufregen kann ... gebräuche bei gewissen landbevölkerungen mit bestimmten bildungsinstitutionen (bzw. genauer OHNE diese institutionen) sind da natürlich ein dankbares target ... wie muss man sich da erst z.b. über die europäische agrarpolitik oder die vielen fleischfresser in den nordatlantischen staaten aufregen, die jährlich unzählige kinder an unterernährung sterben lassen?? ... ohne dass man eine scherbe oder ein messer in direkter nähe des opfers finden könnte?? ...

arsenalfan, 4. Februar 2003 um 14:30:45 MEZ

und da spricht du mir schon wieder aus dem herzen. weg mit den subventionen. dann gibt es anstelle von 1000000 bauern in deutschland nur noch 1000. und die entwicklungsländer können sich endlich entwickeln, vorausgesetzt die westliche welt unterstützt nicht wieder das korrupteste schwein in den betreffenden ländern ...

rutziputz, 4. Februar 2003 um 14:41:59 MEZ

Es gibt ja bereits Aktivitäten gegen genitale Verstümmelung von Mädchen (wenn stattdessen "Beschneidung" gesagt wird, ist das tatsächlich tiefschwarz), u.a. von Unicef, und zwar in Zusammenarbeit mit den in der Region ansäßigen Frauen - besonders mit den Beschneiderinnen. Es kommt in der Tat auf die Art der Durchsetzung an. Haß hilft nicht weiter, männliche Gleichgültigkeit auch nicht.

Das Argument mit der Zustimmung des Mädchens ist hypothetisch und zynisch. Eine Achtjährige kann doch die Folgen gar nicht absehen, und wird auch gar nicht aufgeklärt, was auf sie zukommt: Mit Mädchen-Beschneidung ist üblicherweise die Entfernung der Klitoris gemeint, in Westafrika meist auch die Entfernung der Schamlippen und anschließendes Vernähen der Vagina bis auf ein winziges Loch, aus dem das Mensstruationsblut nicht richtig abfließen kann, sodaß es meist zu Entzündungen kommt, die auch zum Tod führen können. In der Hochzeitsnacht wird das Mädchen dann gewaltsam mit dem Penis oder einer Glasscherbe "geöffnet", und Geburten sind eine Qual unter erhöhter Lebensgefahr.

Irene, 4. Februar 2003 um 14:47:57 MEZ

danke, irene, für die details, die ich in der tat nicht so genau kenne. dass ich diese praxis nicht befürworte, brauch ich ja wohl kaum zu erwähnen. dennoch kann es bei einem wirklichen bemühen um eine mögliche verbesserung der situation - wie du zum teil auch selbst andeutest - nicht vorrangig um eine frage der entrüstung oder gleichgültigkeit gehen. ich wollte vor allem darlegen, dass es sehr einfach ist, sich über gebräuche in sozial (oder historisch) sehr unterschiedlichen kontexten aufzuregen, während viele eventuell folgenreichere misstände im eigenen milieu - meist gar nicht absichtlich - übersehen werden.

arsenalfan, 4. Februar 2003 um 15:06:38 MEZ

"Genitale Beschneidung" schreibt die SZ. Wenn es nicht so ein trauriges Thema wäre, könnte man direkt drüber lachen.

phaeake, 10. Februar 2003 um 17:53:02 MEZ

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